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Fahrzeuggrößen Vor- und Nachteile

Was ist der richtige "Aufbau" für mein Vorhaben.

Gute Frage, interessante Frage und recht häufig gelesene Frage. Nach dem, was Ihr vorhabt, richtet sich die Größe des Fahrzeugs. Fertigt vorher unbedingt eine grobe Planung an (ganz "stumpf" mit Bleistift und Papier), um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Platz tatsächlich vorhanden ist, was Ihr wirklich braucht und wie eng am Ende alles wird.

 

Ich fange mit der langen Version an:

Die meisten Menschen suchen bewusst einen Kasten in der längsten Version (die Supermaxi-Version des Sprinters außen vor gelassen), was auf den ersten Blick, bezogen auf das damit zur Verfügung stehende Platzangebot, durchaus Sinn macht. Grade bei mehr als zwei Passagieren.

Gleichzeitig gibt's dabei ein wirklichen Nachteil: mehr Platz.

Mehr Platz heißt mehr Fläche für den Ausbau sowie mehr Platz zum Mitnehmen von "Dingen". Klingt erstmal gut, bis man fertig ausgebaut hat und auf der Waage steht. Denn auch die Langversionen sind nur 3,5 Tonnen Fahrzeuge und haben aufgrund ihrer Größe bereits ein höheres Eigengewicht, was durch das Plus an ausgebauter Fläche noch steigt. Das führt unweigerlich dazu, dass es am Ende Probleme mit der Zuladung geben kann (und mit ziemlicher Sicherheit geben wird).

 

Eine Möglichkeit, dem Herr zu werden, ist, direkt ein 4,6 Tonnen-Fahrzeug zu kaufen, allerdings wird hier eine andere Führerscheinklasse benötigt. Des Weiteren kommen die mit dem höheren zulässigem Gesamtgewicht die Zwillingsbereifung hinzu, was den Innenraum recht stark einschränkt.

Eine Beschäftigung im Vorhinein mit dem Auflasten von Fahrzeugen stellt die zweite Möglichkeit dar. 

 

Was erschwerend hinzu kommt, sind die unterschiedlichen Regelungen in anderen Ländern was das zulässige Gesamtgewicht und die Zulassung angeht, Geschwindigkeitsbegrenzungen für LKW's über 3,5to auf 80kmh usw.

 

Natürlich kommen offensichtliche Nachteile der Größe dazu; die herkömmliche Parklücke kann nicht mehr genutzt werden. Die Verwindungssteifigkeit ist wesentlich, was nach sich zieht, dass ein Feldweg kaum mehr befahrbar ist, weil sich das Fahrzeug stark verwindet. Das kann im schlechtesten Fall den Ausbau beschädigen.

 

 

Die mittellange Version...

...bietet weniger Platz (i. d. R. ca. 100cm, was wirklich eine Menge ist), hat im Gegenzug dafür kein Gewichtsproblem, da das Leergewicht des Fahrzeugs niedriger ist. Allerdings muss hier mehr Zeit in "sinnvolle" Planung investiert werden, da sich die Ladefläche normalerweise auf 320cm - 350cm beläuft.

 

Das kleinere Platzangebot ist hier gravierend. Man ist gezwungen, genauer und sinnhafter (Detaillösungen usw.) mit dem vorhandenen Platz zu haushalten, um alles Notwendige unterzubringen. Wichtig ist bei dieser Version, dass man die 3,5 Tonnen Version wählt (Manchmal gibt es die Fahrzeuge, grade mit flachen Dach, auch als 2,8 Tonnen Fahrzeug). Dies ist dem Gewicht des späteren Ausbaus geschuldet.

 

 

Die kurze Version:

Ausreichend, wenn man den Plan verfolgt, hauptsächlich Kurztrips zu machen und/oder die Unabhängigkeit im Hintergrund steht. Der Grund dafür ist recht schnell erklärt und ihr ahnt es auch schon: Platz.

 

Für zwei Personen wird es schon nicht ganz so einfach, was Verstau-Möglichkeiten und deren Nutzung angeht. Machbar ist dies zweifelsohne. Allerdings wird auf gewisse Sachen verzichtet werden müssen. 

 

Für eine einzelne Person natürlich ausreichend, grade wenn man als Bett etwas klappbares konstruiert. So bleibt tagsüber der komplette Raum zu nutzen und es können allerlei Spielereien verbaut werden.

 

 

 

Gerade bei der mittleren und kurzen Version seid ihr unter 6m Länge und selbst mit Hochdach unter 3m Höhe. Das wird dann relevant, wenn Ihr Fähre fahren wollt/müsst. Denn dort sind die Grenzen meist bei 6mx3m und 3.5 Tonnen. Alles, was diesen Maßen entspricht, läuft als PKW; wenn ein Maß überschritten wird, wird teilweise der doppelte Preis fällig.

 

Empfehlenswert ist immer eine Version zu kaufen, in der Stehhöhe erreicht wird. Für längere Reisen ist das von unschätzbarem Wert, da auch ein längerer Aufenthalt im Fahrzeug möglich ist.

  

Wobei ihr sehr viel Platz einsparen könnt, ist beim Bettenbau. Wenn ihr eine Körpergröße von einem Pygmäen aufweist (kleiner als 1,75m), sind Querbetten kein Problem. Im Normalfall habt ihr unausgebaut eine Breite von ca. 1,80m zwischen den Karosserieblechen. Seid ihr doch ein bisschen größer, dann gibt es je nach Fahrzeughersteller so genannte "Ohren" (oder Flares), welche die Außenbleche im hinteren Teil ersetzen (es wird der Bereich ersetzt, in dem bei der Personentransportausführung Links und rechts die Fenster eingesetzt sind) und das Fahrzeug für den Querbetteneinbau um mehrere Zentimeter verbreitern. So bleibt euch der Längseinbau erspart und ihr gewinnt (ausgehend von einer Bettbreite von 140cm), bereits 60cm ggü. zum Längsbett. Und das sind bei einer Ladefläche von ca. 2,50m Welten. Umso länger das Fahrzeug umso "unrelevanter" wird die Idee des Längsbettes...

 

 

Nungut, soweit als eventuellen Denkansatz zur Ausbauplanung.